Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter
Karlheinz MiesKirchenaustritte in NRW leicht gesunken - Kirchenaustritte in NRW sinken leicht – doch der Mitgliederschwund geht weiter
Katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen verzeichnet leichten Rückgang der Austrittszahlen
Die katholische Kirche in Nordrhein-Westfalen hat 2025 einen leichten Rückgang bei den Mitgliederverlusten verzeichnet. 84.440 Menschen traten aus der Kirche aus – weniger als die 86.946 Austritte, die 2024 registriert wurden. Dennoch sinkt die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiterhin.
In den vergangenen zehn Jahren haben die Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen. Experten und Kirchenvertreter führen dies auf die fortschreitende Säkularisierung, den Rückgang religiöser Praxis insbesondere bei jüngeren Menschen sowie anhaltendes Misstrauen nach den Missbrauchsskandalen zurück. Auch gesellschaftspolitische Themen wie die Haltung der Kirche zu Sexualität und Ehe haben viele Gläubige zum Austritt bewegt.
Die Zahl der Katholiken in der Region sank von 5,8 auf 5,6 Millionen. Sterbefälle und Austritte überstiegen weiterhin die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen. Dennoch verzeichnete das Erzbistum Köln einige positive Signale: Die Besucherzahlen bei Gottesdiensten stiegen, und mehr Erwachsene ließen sich taufen.
Generalvikar Guido Assmann begrüßte diese Entwicklungen als hoffnungsvolle Ansätze. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hingegen bezeichnete sie als oberflächlich. Er warnte, dass das tiefe Misstrauen gegenüber der Kirche weiterhin ungelöst sei.
Obwohl 2025 weniger Menschen die katholische Kirche verließen, hält der allgemeine Mitgliederschwund an. Die Zahlen des Erzbistums Köln deuten zwar auf eine leichte Zunahme des Engagements hin, doch bleiben die langfristigen Herausforderungen bestehen. Die Kirche steht weiterhin unter Druck durch sich wandelnde gesellschaftliche Werte und anhaltende Vertrauensprobleme.