Karnevalssatire trifft Markus Söder: Ricarda Langs scharfe Sticheleien gegen den CSU-Chef
Anatol FrankeRicarda Lang macht Witz über Söder: "Nürnberger Würstchen" - Karnevalssatire trifft Markus Söder: Ricarda Langs scharfe Sticheleien gegen den CSU-Chef
Aachener Karnevalstradition nimmt Politik erneut auf die Schippe
Bei der diesjährigen Verleihung des "Ordens gegen tödlichen Ernst" in Aachen wurde einmal mehr mit scharfem Witz über die Politik hergezogen – diesmal auf Kosten von Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident. Ricarda Lang, Co-Vorsitzende der Grünen, nutzte die Gelegenheit, um ihn vor amüsiertem Publikum auf die Schippe zu nehmen.
Ihre humorvoll-spitzen Bemerkungen griffen eine monatelang schwelende Kontroverse auf, die durch Söders Äußerungen über die CSU-Politikerin Dorothee Bär ausgelöst worden war.
Der Streit hatte im Dezember auf einem CSU-Parteitag begonnen. Söder hatte damals scherzhaft gesagt: "Keine Frage, wir erwarten nicht viel von dir – aber wir würden uns freuen, wenn viel Geld nach Bayern fließt, liebe Doro – ha ha, das wäre schön." Viele empfanden die Bemerkung als herablassend oder verletzend gegenüber Bär, die als Digitalkoordinatorin der Bundesregierung tätig ist.
Bär selbst hatte die Angelegenheit später kleinreden wollen. Sie betonte, Söder habe es nicht ernst gemeint und sich mehrfach entschuldigt. Dennoch zog der Kommentar breitere Kritik nach sich – auch von Ricarda Lang.
Beim Karnevalsereignis verteidigte Lang nun Bär und griff gleichzeitig Söder an. Sie nannte ihn einen "Nürnberger Rostbratwurst-Troll mit Lizenz" und einen "fränkischen Fleisch-Sommelier" mit "Napoleon-Komplex". Das Publikum lachte, als sie vorschlug, die Sache endlich ad acta zu legen.
Bär hingegen wurde bei derselben Zeremonie geehrt: Sie erhielt den Titel "Ritter des Ordens" – eine Auszeichnung für Persönlichkeiten, die den Geist der Veranstaltung verkörpern: humorvoll und mit einer Prise Respektlosigkeit.
Söder hat sich zu Langs neuesten Spitzen bisher nicht öffentlich geäußert. Mit seinen früheren Entschuldigungen hatte er den Fall bereits für abgeschlossen erklärt.
Einmal mehr verband die Karnevalstradition Satire mit politischer Kommentierung. Bärs Ritterschlag und Langs Sticheleien hielten die Dezember-Kontroverse kurzzeitig in Erinnerung – doch der spielerische Ton der Veranstaltung lenkte die Aufmerksamkeit bald von den letzten Spannungen ab.