Gremmendorfs umstrittene Straßennamen stehen vor der Umbenennung
Krzysztof LöfflerGremmendorfs umstrittene Straßennamen stehen vor der Umbenennung
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennungen in Gremmendorf
Bezirksrat Südost entscheidet über Straßenumbenennungen in Gremmendorf
- Dezember 2025
Zwei Straßen im Münsteraner Stadtteil Gremmendorf könnten nach jahrelangen Diskussionen bald neue Namen erhalten. Die geplanten Änderungen für die Woermannweg und die Lüderitzweg folgen auf Bürgerpetitionen, die auf die kolonialen Verbrechen der Namensgeber hinweisen. Die Stadtverwaltung unterstützt die Umbenennung nun mit Verweis auf den historischen Kontext und Verbindungen zur NS-Propaganda.
Die Initiative zur Umbenennung begann mit zwischen 2020 und 2025 eingereichten Petitionen. Die lokale Gruppe „Gremmendorf ohne Kolonialstraße“ führte die Kampagne an und argumentierte, dass sowohl Adolf Lüderitz als auch Adolph Woermann in kolonialistische Gewalt verstrickt waren. Historische Quellen belegen ihre Beteiligung am Völkermord an den Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 sowie Verstöße gegen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN.
Falls der Beschluss fällt, werden die Straßen nach den Münsteraner Richtlinien für öffentliche Ehrungen umbenannt. Die Abstimmung folgt auf jahrelange öffentliche Debatten und offizielle Überprüfungen der Hintergründe der Namensgeber. Eine Entscheidung wird voraussichtlich kurz nach der Ratssitzung bekannt gegeben.