Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufpeppen
Susan auch SchlauchinGold und Silber auf Pappe: Wie Dresden Pappen jedes Weihnachtsgeschenk aufpeppen
Gold und Silber auf Pappe: Wie Dresdner Pappenschmuck jedes Weihnachtsgeschenk veredelt
Ein Sammler, eine vergessene Werkstatt und Andy Warhol: Dresdner Pappenschmuck ist seit Jahren ein Kultphänomen – und veredelt Weihnachtsgeschenke für jedermann mit Gold und Silber
Dresdner Christbaumschmuck, filigrane vergoldete Dekorationen, die vor über einem Jahrhundert gefertigt wurden, sind heute begehrte Sammlerstücke. Diese geprägtem Pappstücke in Form von Federn, Sternen und Tieren waren einst eine erschwingliche Alternative zu edlem Metallhandwerk. Heute machen ihre aufwendige Handwerkskunst und die Verbindung zum Pop-Art-Legende Andy Warhol sie erneut zu hochgeschätzten Objekten.
Die Geschichte dieser Verzierungen beginnt im Sachsen des späten 19. Jahrhunderts. Lokale Werkstätten produzierten sie als preiswerten Weihnachtsschmuck, gefertigt mit historischen Maschinen und handgeprägten Formen. Jedes Stück wurde sorgfältig vergoldet und bot so eine glänzende, aber günstige Alternative zu geschnitztem Holz oder Metall.
Jahrzehntelang geriet die Tradition in Vergessenheit, als die Massenproduktion überhandnahm. Doch in den 1980er-Jahren entdeckte ein Münchner Rahmenmacher Andy Warhol für diese vergessenen Dekorationen. Der Künstler, bekannt für die Verbindung von Hoch- und Populärkultur, integrierte sie in seine Weihnachtsbaum-Collagen. Seine Werke machten aus dem bescheidenen Schmuck Symbole für die verspielte Verschmelzung von Pop-Art und Tradition. Jahre später stieß Angela Kleinediekmann, eine ehemalige Pädagogin, in einem Museumsladen auf die Verzierungen. Fasziniert spürte sie die letzten verbliebenen Produzenten in Sachsen auf. 2010 begann sie, die Stücke online zu verkaufen, und weckte so neues Interesse an einem Handwerk, das fast in Vergessenheit geraten war.
Heute schätzen Sammler originale Dresdner Pappenschmuckstücke wegen ihrer Langlebigkeit und Kunstfertigkeit. Dieselben Werkstätten, mit denselben jahrhundertealten Werkzeugen, stellen sie noch immer her – genau wie zu der Zeit, als Warhol ihren Charme erstmals entdeckte.
Vom günstigen Festtagsschmuck zum Pop-Art-Ikone: Dresdner Pappenschmuck hat sich durch wechselnde Geschmäcker und Zeiten gehalten. Seine Wiederentdeckung durch Sammler und Künstler hat dafür gesorgt, dass das Handwerk überlebt – mit denselben Händen und Maschinen, die die Tradition am Leben erhalten. Heute verbinden diese kleinen vergoldeten Stücke das Weihnachten von einst mit der modernen Wertschätzung für feines Handwerk.