GLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten politischer Gruppen schließt – und was nun folgt
Karlheinz MiesGLS Bank in der Kritik: Warum sie Konten politischer Gruppen schließt – und was nun folgt
GLS Bank gerät nach Schließung von Konten politischer Gruppen massiv unter Druck
Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten politischer Organisationen in der scharfen Kritik. Die Entscheidung löste Proteste, einen offenen Brief mit Tausenden Unterschriften sowie eine hitzige Debatte auf der diesjährigen Generalversammlung aus. Trotz des öffentlichen Gegenwinds erhielt der Vorstand des Instituts jedoch überwältigende Unterstützung von den Mitgliedern.
Auslöser der Kontroverse war die Kündigung von Konten durch die GLS Bank, darunter jenes der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Als Reaktion kündigte die DKP an, die Geschäftsbeziehung zu beenden und zu den öffentlichen Sparkassen in Deutschland zu wechseln. DKP-Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der GLS Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor, um ihre US-Geschäftsinteressen zu schützen.
Die Proteste nahmen schnell an Fahrt auf: Die Initiative „Stoppt Debanking“ argumentierte, dass der Entzug von Bankverbindungen politische und zivilgesellschaftliche Arbeit massiv einschränke. Über 4.000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die GLS Bank aufforderten, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Parallel urteilte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen Konten der linksgerichteten Unterstützungsorganisation Rote Hilfe offenhalten muss – nach deren Vorwurf, die Schließungen seien politisch motiviert.
Die GLS Bank verteidigte ihr Vorgehen mit Verweis auf deutsche und europäische Bankenregularien. Vorstandsmitglied Dirk Kannacher räumte ein, die Situation sei „alles andere als ideal“, und zeigte sich selbstkritisch. Doch durch den Dialog mit betroffenen Kunden und die Einbettung der Diskussion in ein Nachhaltigkeitsfestival gelang es der Bank offenbar, die Wogen teilweise zu glätten.
Auf der Generalversammlung in Bochum sprachen sich 676 von 720 Mitgliedern für die Entlastung des dreiköpfigen Vorstands aus. Das Ergebnis unterstreicht die breite Rückendeckung für die Führung – trotz der öffentlichen Verwerfungen.
Die Abstimmung bestätigt zwar die Position der GLS-Bank-Spitze, doch der Konflikt offenbart anhaltende Spannungen rund um Kontoschließungen. Der Wechsel der DKP zu den öffentlichen Sparkassen markiert einen deutlichen Bruch mit der GLS Bank, während gerichtliche Entscheidungen gegen andere Institute zeigen, dass die Debatte noch lange nicht beendet ist. Die Auseinandersetzung um Bankenzugang und politische Betätigung wird voraussichtlich weitergehen.






