09 February 2026, 09:08

Gil Ofarim gewinnt trotz Skandale das Dschungelcamp – doch die Kritik bleibt

Eine Vogelperspektive eines Dschungelhügels mit dichter grüner Vegetation und einem klaren blauen Himmel in der Ferne.

Gil Ofarim gewinnt trotz Skandale das Dschungelcamp – doch die Kritik bleibt

Gil Ofarim hat die jüngste Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" auf RTL live gewonnen – trotz anhaltender Kontroversen über seine Teilnahme. Die Show, bekannt für ihre Mischung aus Prominenz der zweiten Reihe und extremen Herausforderungen, sah sich in diesem Jahr besonders harter Kritik ausgesetzt: Zuschauer bezeichneten sie als "unangenehm mit einer Prise unerträglich". Die Stimmung im Dschungelcamp war angespannt, angeheizt durch persönliche Konflikte und die anhaltende Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber Ofarims Vergangenheit.

Die Staffel startete mit einem Cast, der größtenteils aus Reality-TV-Bekanntheiten bestand – ein Trend, den RTL live seit Jahren verfolgt. Diese Besetzung veränderte die übliche Camp-Dynamik: Die Gespräche wurden von zwei Hauptstreitigkeiten dominiert – dem Zwist zwischen Samira und Eva sowie der öffentlichen Ablehnung von Ofarims Teilnahme. Samira warf Eva vor, eine "Ehebrecherin" zu sein und versuchte, sich "mit ihren Krallen" an Bauer Patrick zu klammern, der später entsetzt reagierte, als eine Kakerlake unter einer Kochpfanne ins Lagerfeuer sprang und er ausrief: "Sind wir wirklich so schlimm?" Die skurrile Szene trug zur chaotischen Atmosphäre der Show bei.

Der Kandidat Ariel, ein überzeugter Anhänger der "Flachen-Erde"-Theorie, geriet wiederholt mit Ofarim aneinander und forderte ihn auf, sich für seine falschen Antisemitismus-Vorwürfe aus dem Jahr 2021 zu entschuldigen. Der Vorfall in Leipzig, bei dem Ofarim Hotelmitarbeiter vorwarf, ihn wegen seines Davidstern-Kettchens diskriminiert zu haben, hatte seinen Ruf bereits schwer beschädigt. Gerichtliche Beweise aus dem Jahr 2023 zeigten jedoch, dass er die Kette unter seiner Kleidung verborgen hatte. Daraufhin gestand Ofarim seine Schuld ein, zahlte 10.000 Euro und unterzeichnete eine Vereinbarung, keine weiteren abwertenden Äußerungen zu tätigen. Sein Auftritt in der Show befeuerte die öffentliche Kritik erneut – Umfragen zufolge glaubten 41 Prozent der Zuschauer, er habe gelogen, während niemand seine Darstellung der Ereignisse unterstützte.

Unterdessen beobachtete Schauspieler Hardy Krüger junior das Drama mit einer Mischung aus Faszination und Ekel, bevor er sich in stille Resignation zurückzog. Das übliche Show-Konzept – Prominente, die sich zwei Wochen lang widerlichen Prüfungen unterziehen – spielte sich vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen ab und hinterließ bei vielen Zuschauern einen unbefriedigenden Eindruck.

Ofarims Sieg fällt in eine Zeit anhaltenden Misstrauens, geprägt durch seine Vergangenheit und die polarisierende Besetzung der Staffel. Der Fokus auf persönliche Konflikte und Reality-TV-Persönlichkeiten markiert einen Bruch mit früheren Jahren – RTL live steht in der Kritik, Kontroverse über Unterhaltung gestellt zu haben. Das Ergebnis wirft die Frage auf, ob das Format seinen Reiz behalten kann, ohne sein Publikum weiter zu verprellen.