06 February 2026, 23:23

Gil Ofarim bricht Schweigen zum Davidstern-Skandal in Dschungelcamp-Lagerfeuer

Eine Gruppe von Menschen steht vor Reportern mit Mikrofonen, Handys und Papieren und diskutiert heftig an einem öffentlichen Ort mit einer Glaswand im Hintergrund.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim bricht Schweigen zum Davidstern-Skandal in Dschungelcamp-Lagerfeuer

Gil Ofarim hat sich in einer Lagerfeuerrunde bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! öffentlich zum Davidstern-Skandal von 2021 geäußert. Der Streit begann, als er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels des Antisemitismus bezichtigte. Seither wird der Fall von juristischen Auseinandersetzungen und widersprüchlichen Darstellungen überschattet.

Im Oktober 2021 warf Ofarim einem Angestellten des Hotels vor, ihn aufgefordert zu haben, seine Davidstern-Halskette zu verstecken. Er behauptete, der Mitarbeiter habe antisemitische Bemerkungen gemacht, und bestritt, dass der Vorfall auf Überwachungsaufnahmen festgehalten worden sei. Die Anschuldigung löste eine breite Debatte aus.

Die später veröffentlichten Hotelaufnahmen zeigten jedoch keine Spur der Kette, woraufhin Ofarim vor Gericht einräumte, gelogen zu haben. Gleichzeitig behauptete er, die Aufnahme sei manipuliert worden – es fehlten Sekunden, und die verbreitete Version sei nicht das Original.

2023 willigte Ofarim ein, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen: je die Hälfte an die Jüdische Gemeinde Leipzig und an die Stiftung, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet. Die Jüdische Gemeinde nutzte ihren Anteil von 5.000 Euro für interreligiöse Projekte, obwohl intern über den negativen Kontext des Vorfalls diskutiert wurde. Wie die anderen 5.000 Euro verwendet wurden, blieb unbekannt.

Ofarim hatte sich zuvor auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung berufen, um Fragen zum Fall auszuweichen. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, bestätigte eine gegenseitige Schweigepflicht zwischen den Parteien. Die Rechtsvertreter des Hotelmitarbeiters wiesen jedoch jeden "Schweigedeal" zurück und erklärten, es gebe lediglich eine Unterlassungserklärung, die Ofarim daran hindere, seine Vorwürfe zu wiederholen.

In seinem jüngsten TV-Auftritt beharrte Ofarim darauf, es gebe einen Zeugen, der ihn mit der Kette gesehen habe.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zu Beweisführung, Verantwortung und dem Umgang mit Antisemitismusvorwürfen auf. Ofarims Eingeständnis der Lüge und die anschließende Zahlung der Entschädigungssumme markieren einen Wendepunkt in dem langwierigen Streit. Die Affäre bleibt jedoch ein Beispiel für die mangelnde Transparenz bei außergerichtlichen Einigungen.