Gerettete Dörfer verkaufen Häuser – Neuanfang nach dem Braunkohle-Stopp
Susan auch SchlauchinGerettete Dörfer verkaufen Häuser – Neuanfang nach dem Braunkohle-Stopp
Verkauf gestartet: Häuser in fünf Dörfern, die einst dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen sollten
Offiziell haben die Verkaufsverhandlungen für Immobilien in fünf Ortschaften begonnen, die einst wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler II von der Abrissbirne bedroht waren. In Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich und Berverath sind derzeit 25 Objekte auf dem freien Markt gelistet. Der Schritt markiert einen Wendepunkt für diese Gemeinden nach Jahren der Unsicherheit.
Der Verkaufsstart folgt auf die Entscheidung, die Dörfer vor der Erweiterung des Tagebaus zu bewahren. Fast 15 Millionen Euro wurden bereitgestellt, um die lokale Infrastruktur zu modernisieren – Straßen, Versorgungsleitungen und öffentliche Plätze sollen auf zeitgemäßen Standard gebracht werden. Die Verantwortlichen wollen die Region zu einer Modellregion umgestalten, mit Fokus auf nachhaltige Energie und effiziente Stromnutzung, ohne dabei den individuellen Charakter jedes Dorfes zu verlieren.
Erkelenz’ Bürgermeister Stephan Muckel bezeichnete die Verkäufe als "entscheidenden Schritt" zur Umsetzung eines städtischen Entwicklungskonzepts. Bisher wurde erst ein einziges Anwesen an seine ursprünglichen Besitzer zurückübertragen, bei zehn weiteren läuft die Verhandlung. Rund 500 Häuser sollen im kommenden Jahr über große Immobilienplattformen veräußert werden. Wichtige Wahrzeichen wie die Kirchen in Keyenberg und Kuckum sowie eine Kapelle in Berverath bleiben erhalten. Die Gebäude sollen künftig für kulturelle und künstlerische Zwecke genutzt werden.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, nannte den Verkaufsstart einen "Meilenstein für die Wiederbelebung der Gemeinden".
Die Dörfer stehen nun vor einem schrittweisen Wandel – in den nächsten zwölf Monaten werden neue Bewohner erwartet. Die erhaltenen Baudenkmäler und die modernisierte Infrastruktur werden ihre Zukunft als Teil einer nachhaltigen, kulturell lebendigen Region prägen. Die Behörden werden den Verkaufsfortschritt und die weitere Entwicklung weiterhin begleiten.