Geheime Beuys-Ausstellung: Wie seine Kunst 1988 die DDR erreichte
Geheime Beuys-Ausstellung: Wie seine Kunst 1988 die DDR erreichte
Nach Beuys – Eine Hommage
Der Werkstatt-Zyklus "After Beuys" in der Galerie Eigen+Art wurde als ein "Gegenentwurf" zum Versuch verstanden, Joseph Beuys vom "Ballast des erweiterten Kunstbegriffs" zu befreien.
- September 2012
Unterhaltung, Popkultur
Im Jahr 1988 eröffnete in der DDR eine wegweisende Ausstellung mit frühen Werken von Joseph Beuys. Unter dem Titel "Beuys vor Beuys" wurde dort erstmals – und einzigartig – seine Kunst in der DDR gezeigt. Die Schau fand mehr als zwei Jahre nach dem Tod des Künstlers statt, doch sein Einfluss blieb ungebrochen.
Ursprünglich im Berliner Marstall präsentiert, zog die Ausstellung anschließend an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst um. Gezeigt wurden 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, die zwischen 1946 und 1966 entstanden waren. Trotz Beuys’ langjähriger Einstufung als "unerwünschte Person" im Rahmen der sozialistischen Kulturpolitik der DDR gelang es nach Verhandlungen, die Ausstellung doch noch zu realisieren.
Im Mai 1988 schloss die Schau, ohne dass Beuys’ Werk in der DDR jemals wieder offiziell dokumentiert wurde. Es gibt keine amtlichen Aufzeichnungen darüber, wer die Verhandlungen initiierte oder warum dieser Zeitpunkt gewählt wurde. Die Ausstellung bleibt ein seltenes Beispiel für die Präsenz seiner Kunst hinter dem Eisernen Vorhang.
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