23 January 2026, 13:02

Garzweiler hinterlässt trockene Häuser und zerrissene Gemeinden – wer zahlt die Rechnung?

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Kohlebergwerks mit einer Brücke, Polen, Drähten, Gebäuden, Bäumen, Pflanzen, Gras und Wasser im Vordergrund und einem Himmel im Hintergrund sowie Text unten.

Garzweiler hinterlässt trockene Häuser und zerrissene Gemeinden – wer zahlt die Rechnung?

Grundwasserspiegel in der Nähe des RWE-Tagebaus Garzweiler bleiben durch jahrzehntelanges Abpumpen weit unter ihrem natürlichen Niveau

Die anhaltende Braunkohleförderung im Tagebau Garzweiler hat dazu geführt, dass in benachbarten Ortschaften wie Bedburg Häuser absacken und Risse in den Wänden entstehen – mit gravierenden Folgen für die Bewohner. Experten warnen nun, dass die Auswirkungen selbst nach dem Ende des Bergbaus noch über Generationen hinweg spürbar sein werden.

Jahre des Grundwasserentzugs haben den Wasserspiegel im Gebiet des Tagebaus Garzweiler gesenkt und den Boden destabilisiert. Richard Berrendorfs Haus in Bedburg weist bereits Risse und Setzschäden auf. Doch das Problem betrifft nicht nur Einzelne: Ganze Gemeinden stehen vor langfristigen Risiken.

Laut dem deutschen Kohleausstiegsgesetz müssen die Pumpen des Tagebaus bis zum 31. Dezember 2030 abgeschaltet werden. Danach, so die Erwartung, werden die Wasserstände innerhalb weniger Jahre wieder ansteigen. Doch der Erftverband, der zuständige Wasserverband, rechnet mit einer deutlich langsameren Erholung – das Grundwasser könnte erst bis Ende des Jahrhunderts wieder das Niveau von vor dem Bergbau erreichen. Lokale Politiker fordern bereits jetzt Lösungen, bevor der Tagebau schließt. Bedburgs Bürgermeister Sascha Solbach besteht darauf, dass der neue Braunkohleplan für Garzweiler klare Vorgaben zum Grundwassermanagement enthalten muss.

Betroffene Gemeinden schlagen vor, eine Stiftung einzurichten, die künftige Kosten übernimmt – finanziert von RWE oder dem Land. Der Energiekonzern hat zwar Gesprächsbereitschaft signalisiert, wartet aber darauf, dass die Politik die Initiative ergreift.

Doch auch der bevorstehende Anstieg des Grundwassers birgt Risiken: Steigt es zu schnell, könnten Gebäude weiter beschädigt oder Keller überflutet werden. Ohne sorgfältige Planung könnte das Ende des Bergbaus für die Anwohner, die bereits mit den Folgen zu kämpfen haben, neue Probleme schaffen.

Die Abschaltung der Pumpen in Garzweiler 2030 markiert den Beginn eines langen Erholungsprozesses. Bis das Grundwasser sich stabilisiert, könnten Jahrzehnte vergehen – und die Gemeinden müssen mit den Folgen leben. Derweil fordern Anwohner und Verantwortliche klare Regelungen und Finanzierungsmodelle, um die anstehenden Kosten zu bewältigen.