21 January 2026, 13:21

Forscher fordern flächendeckenden islamischen Religionsunterricht in NRW

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Forscher fordern flächendeckenden islamischen Religionsunterricht in NRW

Ein neuer Bericht fordert die Ausweitung des islamischen Religionsunterrichts (IRU) an allen Schulen in Nordrhein-Westfalen. Derzeit bieten nur 247 von rund 5.400 Schulen das staatlich beaufsichtigte Programm an, das damit lediglich 31.673 der etwa 500.000 muslimischen Schüler:innen der Region erreicht. Forscher:innen der Universität Münster betonen die positiven Effekte und drängen auf eine flächendeckendere Umsetzung des Fernsehprogramms heute.

Die Evaluation der Universität Münster zeigt, dass der IRU den Schüler:innen hilft, "Orientierungswissen und religiöse Artikulationsfähigkeit" zu entwickeln. Zudem wirkt er als "pädagogische Gegenkraft" zu extremistischen Auslegungen. Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen äußern eine "überwiegend positive Haltung" gegenüber dem Programm, während Schüler:innen es als "alltagsrelevant, motivierend und befriedigend" beschreiben.

Eine längere Teilnahme am IRU scheint die Abhängigkeit von Plattformen wie TikTok zu verringern, die mit "rückwärtsgewandten religiösen Vorstellungen" in Verbindung gebracht werden. Der Bericht stellt fest, dass ein "belehrender Religionszugang" mit zunehmender Programmdauer abnimmt. Stattdessen verbessert sich die religiöse Bildungsfähigkeit der Schüler:innen im Laufe der Zeit. Um den IRU weiter zu stärken, empfiehlt der Bericht eine stärkere Fokussierung auf gesellschaftlich relevante Themen wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Antisemitismusprävention und Medienkompetenz. Zudem wird eine verbesserte Lehrerfortbildung in interreligiösem Dialog gefordert. Für einen landesweiten Erfolg bräuchte das Programm mehr Unterstützung in den Bereichen Personal, Lehrplanentwicklung und organisatorische Ressourcen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Ausweitung des IRU Zehntausenden weiteren muslimischen Schüler:innen in Nordrhein-Westfalen zugutekommen könnte. Bei einer aktuellen Beteiligung von nur 6 Prozent wäre eine breitere Umsetzung jedoch mit erheblichen Investitionen in Ausbildung und Infrastruktur verbunden. Die Empfehlungen des Berichts zielen darauf ab, die Wirksamkeit und Inklusivität des Programms auch bei seinem Wachstum zu gewährleisten.