Fan-Boykott beim Kölner Derby: Stille statt Stimmung im Leverkusener Stadion
Susan auch SchlauchinFan-Boykott beim Kölner Derby: Stille statt Stimmung im Leverkusener Stadion
Kölner Derby-Tag zum Vergessen
Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhe beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? "Nein!", sagte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän noch keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken über die Situation einiger Kölner Fans, die bei der verdienten 0:2-Niederlage (0:0) bei Bayer 04 Leverkusen wegen eines Boykotts auffällig abwesend waren.
Ein Fan-Boykott überschattet das Bundesliga-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln am Freitag. Rund 500 bis 600 Kölner Anhänger verließen aus Protest das Stadion, nachdem sie die Polizeikontrollen am Eingang als zu aufdringlich empfanden. Die ungewöhnliche Stille im Gästeblock überraschte Spieler und Verantwortliche gleichermaßen.
Der Protest begann noch vor Anpfiff, als die Polizei zwei bekannte Kölner Fans am Leverkusener Stadion kontrollierte. Die Anhänger warfen den Behörden vor, die Kontrollen seien übertrieben aggressiv gewesen – auch wenn diese Vorwürfe wie etwa "entwürdigende Leibesvisitationen" zurückwiesen. Aus Solidarität verließen kurz nach Spielbeginn auch die Leverkusener Ultras ihre Plätze.
Der Boykott spiegelte die angespannte Stimmung zwischen Fans und Sicherheitskräften wider, während sich die sportliche Krise des FC Köln weiter zuspitzte. Nun steht für die Domstädter ein entscheidendes Spiel gegen Union Berlin an – Punkte sind dringend nötig, um nicht weiter in Richtung Abstiegszone abzurutschen. Die ungewöhnliche Atmosphäre beim Derby erinnerte einmal mehr daran, wie sehr die Präsenz der Fans den Fußball prägt.