Evonik streicht 1.000 Jobs und passt Dividende an die schwache Konjunktur an
Anatol FrankeEvonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik streicht 1.000 Jobs und passt Dividende an die schwache Konjunktur an
Evonik kündigt Streichung von 1.000 Stellen bis 2026 im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung an
Der Chemiekonzern Evonik will bis 2026 rund 1.000 Arbeitsplätze abbauen, um sich im Zuge einer weitreichenden Restrukturierung neu aufzustellen. Der Schritt folgt auf ein schwieriges Jahr 2025, in dem Umsatz und Erträge aufgrund der schwachen Konjunktur zurückgingen. Zudem führte das Unternehmen eine neue Dividendenpolitik ein, um die Ausschüttungen an Aktionäre in den kommenden Jahren anzupassen.
Im Jahr 2025 sank der Umsatz von Evonik um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) verringerte sich um neun Prozent auf knapp unter 1,9 Milliarden Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen die anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen, die sich negativ auf die Nachfrage auswirkten.
Für 2026 prognostiziert Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Um die finanzielle Stabilität zu verbessern, wird das Unternehmen seine Belegschaft um etwa 1.000 Mitarbeiter reduzieren. Diese Entscheidung spiegelt den anhaltenden Druck in der Chemieindustrie wider, wo chinesische Wettbewerber seit 2021 in preissensiblen Bereichen ihre Marktanteile deutlich ausbauen konnten.
Evonik bleibt zwar einer der führenden Anbieter für Spezialchemikalien in Europa, setzt jedoch zunehmend auf hochmargige Innovationen. Wachstumstreiber sind weiterhin Segmente wie Kieselsäuren, Additive und Hochleistungsmaterialien. Chinesische Hersteller dominieren hingegen den Markt für Standard- und Basischemikalien, was den Wettbewerbsdruck erhöht.
Zudem stellte der Vorstandsvorsitzende eine neue Dividendenpolitik für 2026 vor: Die Aktionäre erhalten zunächst eine Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie, gefolgt von Ausschüttungen in Höhe von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernnettoergebnisses in den Folgejahren. Die RAG-Stiftung, größter Einzelaktionär von Evonik, unterstützt den überarbeiteten Ansatz.
Die Stellenstreichungen und die Anpassung der Dividendenpolitik sind Teil von Evoniks Reaktion auf die finanziellen Herausforderungen und die veränderten Marktbedingungen. Mit einer prognostizierten EBITDA-Spanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro für 2026 strebt das Unternehmen eine Stärkung seiner Position in hochwertigen Chemiesparten an. Die Umstrukturierung und die neue Dividendenregelung treten im kommenden Jahr in Kraft.