Essen testet lärmarme Glasfaser-Verlegung mit elektrischer Bohranlage
Anatol FrankeEssen testet lärmarme Glasfaser-Verlegung mit elektrischer Bohranlage
Ein Kilometer langes Stück in Essen erhält ein ungewöhnliches Upgrade: Glasfaserkabel werden verlegt – fast ohne Lärm und Abgase.
Mit einer innovativen elektrischen Bohranlage wird die Baustelle leiser und umweltfreundlicher gestaltet. Die ersten 800 Meter des Kabels wurden in einem offenen Graben entlang der Ruhr verlegt. Für die nächsten 200 Meter unter einer stark befahrenen Kreuzung kam statt herkömmlicher Dieselgeräte ein elektrisches Nutzfahrzeug zum Einsatz, das die Bohrmaschinen mit Strom versorgt.
Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden reduziert diese Technik Lärm und schädliche Emissionen um mindestens 80 Prozent. Seit 2025 hat keine andere deutsche Stadt ein ähnlich emissionsarmes Verfahren für den Glasfaserausbau erprobt. Verantwortlich für das Projekt ist Tobias Hobert, Geschäftsführer von Green Econo.
Das in Brilon ansässige Unternehmen Green Econo berät Firmen zu Energieeinsparungen und Emissionsreduzierung. Das Essener Pilotprojekt zeigt, wie moderne Technik Infrastrukturarbeiten sauberer und leiser machen kann. Die elektrische Bohranlage in Kombination mit einem Stromspeichersystem sorgt dafür, dass die Arbeiten effizient bleiben, ohne die Umgebung stark zu belasten.
Der Testlauf in Essen ist die erste Anwendung dieser elektrischen Bohrmethode für Glasfaserkabel in Deutschland. Bei Erfolg könnte sie zum neuen Standard für künftige Verlegungen werden – mit dem Versprechen, Bauarbeiten leiser, sauberer und dennoch schnell und leistungsstark zu gestalten.






