Essen startet Klimaschutz-Offensive gegen Hitze und Hochwasser bis 2030
Krzysztof LöfflerEssen startet Klimaschutz-Offensive gegen Hitze und Hochwasser bis 2030
Essen hat einen wichtigen Schritt hin zu mehr Klimaresilienz unternommen. Der Stadtrat hat drei Gebiete – Messe-Gruga, Neues Bernetal sowie Katernberg/Zollverein – für ein neues Förderprogramm ausgewählt. Die Initiative zielt darauf ab, das Hochwasserrisiko zu verringern und die Stadt auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten, die mit dem Klimawandel einhergehen.
Die ausgewählten Zonen wurden bei der Projektträger Jülich (PtJ) und der Bezirksregierung zur Genehmigung eingereicht. Für jedes Gebiet liegt nun ein detaillierter Plan vor, wie es sich an die klimatischen Herausforderungen anpassen soll. Die Auswahl dieser Stadtteile erfolgte, weil sie besonders stark von Hitze, Starkregen oder Dürre betroffen sind.
Das KRIS-Programm setzt klare Ziele für Essen: Bis 2030 müssen 25 Prozent der versiegelten Flächen – wie Straßen und Gehwege – vom Mischkanalsystem getrennt werden. Dadurch kann Regenwasser im Boden versickern, statt die Kanalisation zu überlasten. Ein weiteres Ziel ist es, die Verdunstungsrate bis dahin um zehn Prozentpunkte zu steigern.
Essen gehört zu 53 Städten und Gemeinden im Regionalverband Ruhr (RVR), die an dem Programm teilnehmen. Mit einer voraussichtlichen Bewilligung der Mittel bis Mitte 2026 können Grundstückseigentümer in den ausgewiesenen Zonen anschließend Förderanträge stellen. Die Gelder fließen in Projekte wie begrünte Dächer, wasserdurchlässige Beläge und Systeme zur Regenwasserspeicherung.
Im Fokus stehen städtische Gebiete, in denen bereits kleine Maßnahmen große Wirkung entfalten können. Durch die Umleitung von Regenwasser weg von der Kanalisation will die Stadt das Hochwasserrisiko senken und Stadtteile während Hitzewellen kühlen. Langfristig tragen die Maßnahmen auch zur Grundwasserneubildung bei.
Falls die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden, könnte Essen bis Ende des Jahrzehnts weniger überlastete Kanäle und weniger Oberflächenüberschwemmungen verzeichnen. Grundstückseigentümer in den ausgewählten Gebieten erhalten finanzielle Unterstützung, um ihre Flächen klimafreundlicher zu gestalten. Der Ansatz der Stadt könnte dabei als Vorbild für andere urbanen Regionen mit ähnlichen Herausforderungen dienen.






