11 February 2026, 05:21

Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe

Ein Buchumschlag mit Adolf Hitler, umgeben von Leuten mit Mützen, betitelt "Deutsches Kolonial-Feitung" und datiert 11/1940.

Duisburgs dunkles Erbe: Zwangssterilisationen im NS-Regime unter der Lupe

Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit am Donnerstag, 19. Februar

Am Donnerstag, dem 19. Februar, findet in Duisburg ein öffentlicher Vortrag über Zwangssterilisationen in der Stadt während der NS-Diktatur statt. Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen wird die Veranstaltung leiten und dabei insbesondere die Rolle der Stadt bei der Umsetzung des 1933 erlassenen "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" beleuchten. Beginn ist um 18:15 Uhr, der Eintritt ist frei und ohne Anmeldung möglich.

Im Mittelpunkt des Abends steht das am 14. Juli 1933 eingeführte und bis 1949 angewendete "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses". Kern wird analysieren, wie politische, soziale und wirtschaftliche Faktoren dessen Umsetzung in Duisburg prägten. Zudem wird er die rechtlichen und administrativen Strukturen hinter dieser Politik aufzeigen.

Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird eine statistische und kritische Auseinandersetzung mit den Zwangssterilisationsmaßnahmen erfolgen. Zwar liegen für Duisburg keine genauen Zahlen in den überlieferten Akten vor, doch werden allgemeine Muster und die lokale Durchsetzungspraxis thematisiert.

Die Veranstaltung findet in der DenkStätte, der Gedenkstätte im Stadtarchiv am Karmelplatz 5 im Duisburger Innenhafen, statt. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 Personen begrenzt; der Zutritt erfolgt nach dem Prinzip "first come, first served".

Der Vortrag bietet einen detaillierten Einblick in ein dunkles Kapitel der Duisburger Geschichte unter der NS-Herrschaft. Durch die Verknüpfung von rechtshistorischer Analyse, Fallstudien und historischem Kontext soll das Ausmaß der städtischen Beteiligung an den Zwangssterilisationsprogrammen aufgearbeitet werden. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.