Dortmunds radikaler Kaderumbruch: Abschied von Brandt, Süle und Özcan – Can bleibt
Krzysztof LöfflerDortmunds radikaler Kaderumbruch: Abschied von Brandt, Süle und Özcan – Can bleibt
Borussia Dortmund baut seinen Kader diesen Sommer grundlegend um. Der Verein wird die auslaufenden Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht verlängern. Gleichzeitig steht Mannschaftskapitän Emre Can vor einer Vertragsverlängerung, während das Team unter neuen Führungsprinzipien seine Zukunft gestalten will.
Carsten Cramer, Sprecher der Vereinsführung, fordert einen Mentalitätswandel und betont, Entscheidungen mit Mut und Optimismus zu treffen. Die Konsequenzen dieser Weichenstellungen sieht er nicht als Rückschläge, sondern als Chancen – ein Wendepunkt für den Bundesligisten.
Die Kritik an Dortmunds jüngster Strategie wird immer lauter. Unter der sportlichen Leitung von Sebastian Kehl seit 2020 setzte der Klub auf lukrative Spielerverkäufe – etwa den 60-Millionen-Wechsel von Erling Haaland zu Manchester City 2022 oder den 103-Millionen-Transfer von Jude Bellingham zu Real Madrid 2023 – und gleichzeitig auf die Förderung junger Talente wie Giovanni Reyna und Jamie Bynoe-Gittens. Doch Beobachter wie der Journalist Raphael Honigstein oder das Fachmagazin Kicker kritisieren diesen Kurs als inkonsistent.
Kurzfristige Vertragslösungen und gescheiterte Transfers – etwa der finanzielle Verlust beim Weiterverkauf von Achraf Hakimi oder die Schwierigkeiten von Niclas Füllkrug – hinterließen Lücken im Team. Verletzungen von Schlüsselspielern wie Nico Schlotterbeck sowie taktische Instabilität führten zu frühen Ausscheiden in der Champions League, darunter die Finalniederlage 2024 gegen Real Madrid. Zudem verpasste die Mannschaft in der letzten Saison knapp die Meisterschaft und landete auf Platz zwei.
Mit dem Abgang von Brandt und Süle betont der Verein nun, "den nächsten Schritt nach vorne" gehen zu wollen. Cramers Führungsphilosophie setzt auf Entschlossenheit: Personalwechsel sollen als Chance zum Neuaufbau verstanden werden, nicht als Rückzug. Die Entscheidung, Can als Kapitän zu halten, unterstreicht dabei den Fokus auf Erfahrung inmitten des Umbruchs.
Dortmunds Sommer-Kaderumbruch spiegelt einen umfassenderen Wandel nach Jahren der Kritik wider. Die Abgänge von Brandt, Süle und Özcan werden das Team prägen, während Cans mögliche Vertragsverlängerung für Kontinuität sorgt. Nun liegt es an der Vereinsführung, aus diesen Entscheidungen sichtbaren Fortschritt auf dem Platz zu machen.






