Dortmunds neuer Oberbürgermeister steht vor zersplittertem Stadtrat und AfD-Erfolg
Dortmunds neuer Oberbürgermeister steht vor zersplittertem Stadtrat und AfD-Erfolg
Alexander Kalouti ist offiziell neuer Oberbürgermeister von Dortmund. Bei der Stichwahl am 28. September 2025 setzte er sich durch – ein historischer Einschnitt, denn erstmals seit fast 80 Jahren stellt nicht die SPD den Oberbürgermeister. Der CDU-Politiker erhielt 51,2 Prozent der Stimmen, doch sein Amtsantritt fällt in eine Zeit zersplitterter Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat und wachsender politischer Polarisierung.
Die Wahlergebnisse zeigen tiefgreifende Verschiebungen in Dortmunds politischem Gefüge: Die rechtspopulistische AfD legte von 12,4 auf 20,1 Prozent zu und stellt nun 18 Stadträte, während die SPD von 34,1 auf 28,2 Prozent fiel und sechs Sitze verlor. Auch die Grünen büßten Stimmen ein (von 22,6 auf 18,4 Prozent) und kommen auf 16 Mandate, die CDU verbesserte sich leicht auf 17,8 Prozent und behält 16 Sitze. Kalouti sieht sich nun einem Rat ohne klare Mehrheit und ohne formelle Koalitionspartner gegenüber – eine schwierige Ausgangslage für seine Pläne.
Bei seiner Vereidigung skizzierte Kalouti zentrale Vorhaben: Er kündigte strengere Maßnahmen für mehr Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt an. Zudem gelobte er, allen Formen des Extremismus entschlossen entgegenzutreten, und will in Sprachförderung sowie frühkindliche Bildung investieren, um Integration zu stärken. Wirtschaftspolitisch setzt er auf die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete, um Unternehmen anzulocken.
Trotz der angespannten Stimmung schloss Kalouti rechtliche Schritte gegen die Kommunalaufsicht wegen des umstrittenen "Brandmauer"-Beschlusses aus – einer Initiative zur Isolation der AfD. Wie er die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg gestalten wird, bleibt indes unklar. Immerhin gab es ein symbolisches Zeichen der Annäherung: Die Grünen schenkten ihm eine geführte Stadttour mit dem Chefredakteur des Dortmunder Straßenmagazins.
Kaloutis Amtszeit beginnt mit gewaltigen Herausforderungen. Ohne stabile Ratsmehrheit wird er für seine Vorhaben zu Sicherheit, Integration und Wirtschaftsförderung Verhandlungsgeschick brauchen. Der Aufstieg der AfD und die Schwäche der traditionellen Parteien erschweren die Regierungsarbeit in Dortmund in den kommenden Jahren zusätzlich.
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