Dorothee Daun bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – und kämpft für mehr Inklusion in Solingen

Krzysztof Löffler
Krzysztof Löffler
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen im Rollstuhl mit Schildern an der Straße, im Hintergrund Gebäude und ein Laternenpfahl auf der rechten Seite, in Schwarz-Weiß.Krzysztof Löffler

Dorothee Daun bleibt an der Spitze von SelbstAktiv – und kämpft für mehr Inklusion in Solingen

Solingens Menschenrechtsorganisation SelbstAktiv wählt Dorothee Daun erneut zur Vorsitzenden

Die Solinger Menschenrechtsorganisation SelbstAktiv hat Dorothee Daun für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende bestätigt. Zudem wurden mit dem Medienökonom Oliver Backhaus und der Inklusionsaktivistin Yesim Özem zwei stellvertretende Vorsitzende gewählt. Die Neuwahl erfolgt zu einer Zeit, in der die Sorge über Kürzungen bei der Finanzierung und strukturelle Hürden für Menschen mit Behinderung in der Region wächst.

Auf einer kürzlichen Versammlung sprach Gastredner Josef Neumann über den Stand der Inklusion in Nordrhein-Westfalen, während lokale Aktivist:innen eine stärkere Sichtbarkeit von Menschenrechten im kulturellen Leben Solingens forderten.

Dorothee Daun, die SelbstAktiv nun bereits seit Jahren führt, bringt jahrzehntelange Erfahrung in die Rolle ein. Sie war über 30 Jahre lang Mitglied im Solinger Stadtrat und setzt sich heute auf regionaler Ebene für soziale Teilhabe ein. Neben ihrem Engagement bei SelbstAktiv leitet sie Autismus Rhein-Wupper sowie den örtlichen Verband der Paritätischen Wohlfahrtsverbände. In der Diskussion kritisierte sie anhaltende Mängel in der Behindertenhilfe, darunter chronische Unterfinanzierung und unklare Zuständigkeitsverteilungen zwischen kommunalen, regionalen und Landesbehörden.

Oliver Backhaus, einer der neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden, ist Medienökonom und Vorsitzender des Vereins Barrierefreier Zugang. Seit einem Unfall im Jahr 1985 auf den Rollstuhl angewiesen, kämpft er seit Langem für bessere Barrierefreiheit. Die zweite stellvertretende Vorsitzende, Yesim Özem, arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und engagiert sich ehrenamtlich als Personalrätin. Zudem sitzt sie für die SPD-Fraktion im Solinger Beirat für Menschen mit Behinderung. Özem regte an, Inklusion im städtischen Kulturleben sichtbarer zu machen – etwa durch einen inklusiven Karneval als mögliches Projekt.

Als Gast referierte Josef Neumann über Fortschritte bei der Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Er verwies auf eine Kampagne der Lebenshilfe NRW gegen geplante Kürzungen bei Integrationshelfer:innen – Fachkräften, die Schüler:innen mit Behinderung im Schulalltag unterstützen. Die Mitglieder von SelbstAktiv erklärten, sich gegen jede Kürzung von Leistungsansprüchen zur Wehr setzen zu wollen, und betonten die Notwendigkeit stabiler Finanzierung und klarer politischer Vorgaben.

Die Führung von SelbstAktiv wird sich in den kommenden Monaten vor allem gegen Leistungskürzungen stellen und die Inklusion in Solingen vorantreiben. Zu den Schwerpunkten zählen die Schließung von Finanzierungslücken und eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen. Gleichzeitig suchen lokale Aktivist:innen weiterhin nach Wegen, die Menschenrechte im öffentlichen und kulturellen Leben der Stadt stärker zu verankern.

Neueste Nachrichten
Eine Kirche ist prominent in der Mitte des Bildes positioniert.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Abschied von der Arche Noah: Dorps Gemeinschaftszentrum schließt 2027 nach 44 Jahren

Ein Stück Dorper Geschichte geht zu Ende. Warum die Arche Noah nach Jahrzehnten als spiritueller Treffpunkt ihre Türen schließt – und was aus dem Gebäude wird.

Eine Stadtstra├če bei Nacht mit zahlreichen Lichtern und Deko, mit einem gro├čen Diskokugel ├╝ber einem Geb├Ąude h├Ąngend, die eine festliche Atmosph├Ąre schafft.
Bücher 2 Min.

LICHTMEILE 2025: Mannheim leuchtet mit Kunst, Musik und Geschichte

Ein ganzes Wochenende lang verwandelt sich Neckarstadt-West in ein strahlendes Kulturfest. Was verbirgt sich hinter dem Video-Mapping am MARCHIVUM? Und warum lohnt sich der Besuch für Groß und Klein?

Menschen überqueren eine Fußgängerfurt, während Autos in der oberen linken Ecke zu sehen sind.
Industrie 2 Min.

Generation Z frustriert: Warum schnelle Mobilität oft am Wetter und mangelnder Zuverlässigkeit scheitert

Sie wollen Tempo, Pünktlichkeit, günstige Preise – doch die Realität sieht anders aus. Warum die Generation Z mit Bus und Bahn hadert und was sie sich stattdessen wünscht. Ein Blick auf die Mobilitätskrise der Jungen.

Zwei Fahrräder nebeneinander auf einem Gehweg vor einem Geschäft mit einer Glaswand und einem Objekt links von den Fahrrädern.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Flaschenwurf in Bielefeld: Fünfjährige entkommt nur knapp schwerer Verletzung

Ein schockierender Vorfall erschüttert Bielefeld: Ein Mädchen wird zum Ziel eines brutalen Angriffs. Warum die Polizei jetzt auf Zeugen hofft – und was über den Täter bekannt ist.

Eine Gruppe von Frauen, die vor einer grünen Wand mit einem Fenster auf der linken Seite stehen und an einem Internationalen Frauentag teilnehmen.
Kriminalität und Justiz 2 Min.

Frauen stärken die Sicherheit: Wie Berlin und NRW enger zusammenarbeiten

Mehr Präsenz, bessere Abstimmung: Wie eine bundeslandübergreifende Initiative die Sicherheit revolutioniert. Frauen wie Michaela C. Willig spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Ein offenes Buch mit einer detaillierten Deutschlandkarte und begleitendem Text.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

BENI am Niederrhein: Schnelle Hilfe für Menschen unter rechtlicher Betreuung

1,3 Millionen Menschen in Deutschland brauchen rechtliche Betreuung – doch wer hilft, wenn Bürokratie versagt? BENI springt ein, wo andere passen.

Eine Person in blauen Handschuhen arbeitet an einem medizinischen Gerät auf einem mit verschiedenen Gegenständen übersäten Tisch, mit Papieren an der Wand im Hintergrund, was auf eine Krankenhausumgebung hindeutet.
Berufliche Entwicklung 2 Min.

Schüler entdecken medizinische Berufe im Alexianer-Krankenhaus Krefeld

Von der Hightech-Puppe bis zum Ultraschall: Jugendliche testen Berufe im Gesundheitswesen. Warum das Krankenhaus in Krefeld mehr als nur Ärzte und Pfleger sucht.

Ein Wasserfrosch sitzt auf Erde neben Pflanzen, mit einem Wasserzeichen in der linken oberen Ecke.
Industrie 2 Min.

Tierrechtler verklagen Amprion wegen mangelndem Schutz seltener Amphibien in Osterath

Verzögerte Schutzmaßnahmen, fehlende Ersatzlebensräume – und nun droht eine Klage. Warum eine Tierrechtsgruppe Amprion und die Behörden in die Verantwortung nimmt. Die Zukunft seltener Arten hängt am seidenen Faden.

Neueste Nachrichten