21 December 2025, 18:07

Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

Eine Person steht vor einer Klasse und unterrichtet, während Schüler aufmerksam zuhören und Fotos und Papiere an den Wänden im Hintergrund zu sehen sind.

Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang

Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – doch von Euphorie kann keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu viele Geräte, die seit Langem defekt in den Regalen stehen.

Bund und Länder haben den DigitalPakt 2.0 beschlossen – ein 5-Milliarden-Euro-Programm, um die digitale Infrastruktur an Schulen zu modernisieren. Die Mittel sollen veraltete Technik ersetzen und modernen Unterricht ermöglichen. Doch Pädagogen warnen: Das Geld könnte nicht ausreichen, um die seit Jahren bestehenden Probleme zu lösen.

Der neue Pakt folgt auf jahrelange Verzögerungen bei der Digitalisierung der Schulen. In Solingen erklärt Jens Merten, Vorsitzender des örtlichen Verbands Bildung und Erziehung (VBE), dass Reparaturen und Neuanschaffungen wegen unklarer Finanzierung auf Eis lagen. Er betont, dass digitale Bildung kontinuierliche Investitionen brauche – und keine kurzfristigen Lösungen.

Der VBE kritisiert, dass das Budget im Vergleich zum ersten DigitalPakt gekürzt wurde. Zwar biete die fünfjährige Förderperiode etwas Planungssicherheit, doch die Schulen benötigten mehr als nur neue Geräte. Gefordert werden KI-taugliche Infrastruktur, Fortbildungen für Lehrkräfte und moderne Unterrichtskonzepte.

Ein zentrales Problem ist die Verteilung der Mittel durch die Länder. Einige könnten mit kreativer Buchführung eigene Ausgaben gegenrechnen – und so die tatsächlichen Investitionen schmälern. Der VBE fordert klare Regeln, damit das Geld direkt bei den Schulen ankommt. Zudem plädiert er für frühzeitige Gespräche über einen DigitalPakt 3.0, um erneute Finanzierungslücken zu vermeiden.

In Solingen wird die Entscheidung zwar begrüßt, doch die Skepsis bleibt. Die Herausforderungen sind groß: Viele defekte Geräte sind noch im Einsatz. Der VBE pocht auf bürokratiearme Förderung und bessere Planung, um echten Fortschritt zu erzielen.

Der DigitalPakt 2.0 gibt den Schulen ein fünfjähriges Förderfenster – doch sein Erfolg hängt davon ab, wie die Mittel eingesetzt werden. Der VBE drängt weiter auf nachhaltige Lösungen, darunter Personalschulungen und moderne Technik. Ohne diese, so die Warnung, könnten selbst 5 Milliarden Euro nicht ausreichen, um die Bildung vollständig ins digitale Zeitalter zu führen.