Deutschlands Möbelbranche kämpft seit Jahren um ihr Überleben

Karlheinz Mies
Karlheinz Mies
2 Min.
Ein altes Foto eines belebten Marktes in Stuttgart, Deutschland, mit zahlreichen Gebäuden, Menschen, Wagen und verschiedenen Gegenständen, das eine Beschriftung am unteren Bildrand enthält.Karlheinz Mies

Kein guter Polster - beständiger Einbruch in der Einrichtungsindustrie - Deutschlands Möbelbranche kämpft seit Jahren um ihr Überleben

Seit über einem Jahrzehnt steckt Deutschlands Möbelindustrie in der schwersten Krise. Der Umsatz sank 2025 auf 15,8 Milliarden Euro – den niedrigsten Stand seit 2009. Wirtschaftliche Unsicherheit und verändertes Konsumverhalten setzen Hersteller und Händler seit dem Abschwung der Pandemie-Boom viel unter Druck.

Der Abschwung setzte ein, als der Pandemie-Boom verebbte. Viele Haushalte hatten seit den Lockdowns ihre Einrichtung modernisiert, sodass die Nachfrage nach neuen Möbeln seit dem deutlich nachließ. Nun zögern Verbraucher seit hoher Inflation und stagnierender Löhne größere Anschaffungen wie Sofas oder Kleiderschränke hinaus.

Während der Küchenbereich noch vergleichsweise stabil bleibt, brachen die Verkäufe von Polstermöbeln und Wohnzimmer-Einrichtungen seit dem stark ein. Da weniger Menschen seit der schwachen Bautätigkeit umziehen, fällt ein wichtiger Auslöser für Möbelkäufe weg. Gleichzeitig drängen günstige Importe aus Asien auf den Markt und setzen heimische Produzenten seit dem unter Preisdruck.

Seit 2023 sind rund 150 deutsche Möbelunternehmen – darunter bekannte Namen wie Matratzen Concord und Kika/Leiner – unter der finanziellen Last zusammengebrochen. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage und drei Jahre in Folge rückläufiger Umsätze haben viele seit dem an den Rand des Ruins getrieben. Bis Anfang 2026 plant jedes dritte Unternehmen, die Arbeitszeiten zu kürzen oder Kurzarbeit einzuführen, um zu überleben.

Von einer Entspannung der Lage ist nichts zu spüren. Da Deutschland zwei Drittel des Branchenumsatzes ausmacht, trifft der Marktverfall besonders hart. Weitere Insolvenzen und Stellenstreichungen sind wahrscheinlich – es sei denn, die Nachfrage erholt sich oder die Kosten sinken.

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