"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Verzweiflung und Apokalypse
Krzysztof Löffler"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein Dorf zwischen Verzweiflung und Apokalypse
Premiere im Badischen Staatstheater Karlsruhe: „Debritz“ – ein Dorf am Abgrund
Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat ein neues Drama über das fiktive Dorf Debritz Premiere gefeiert. Das Stück des Autors Kaleb Erdmann zeigt einen einst blühenden Salzabbauort, der heute eine öde Einöde ist. Im Mittelpunkt stehen die Themen Klimawandel und die Kämpfe ländlicher Gemeinden in Ostdeutschland.
Debritz dient dabei als drastisches Beispiel für Dörfer in strukturschwachen Regionen. Die Gegend leidet unter schlechten Ernten, einer schrumpfenden jungen Bevölkerung sowie dem Mangel an Industrie und öffentlichem Nahverkehr. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich das gesellschaftliche Panorama des Stücks im Kleinen.
Die Handlung kreist um Peggy, eine Zuckerrübenbäuerin, und ihren Freund Maik – die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren der Geschichte. Ihre Beziehung entwickelt sich vor dem Hintergrund des Niedergangs des Dorfes und gipfelt in einem explosiven Finale. Peggy und Maik sprengen die Siedlung in die Luft, was das Stück als eine Farce voller Absurdität und Slapstick-Humor kennzeichnet.
Am Ende der Aufführung betreten zwei Gestalten in Schutzanzügen die Bühne. Ihre Anwesenheit deutet auf eine postapokalyptische Zukunft hin, geprägt von Ressourcenkriegen. Trotz einiger Schwächen im Drehbuch gelang der Premiere dank der lebendigen Energie des Ensembles ein gelungener Auftritt.
Das Stück greift aktuelle Debatten über die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland sowie die Folgen des Klimawandels auf. Es hinterlässt beim Publikum ein eindringliches Bild vom Verfall ländlicher Regionen und den radikalen Schritten, zu denen manche greifen könnten. Die Produktion bleibt eine bemerkenswerte Bereicherung für die Spielzeit des Theaters.
