02 January 2026, 07:08

Coca-Cola-Chef kritisiert Deutschlands Bürokratie als Investitionsbremse

Glasflaschen werden in grüne Kartons mit 'Coca-Cola Life' darauf gestellt.

Coca-Cola beschwert sich über Standortbedingungen in Deutschland - Coca-Cola-Chef kritisiert Deutschlands Bürokratie als Investitionsbremse

John Galvin, der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP), hat sich kritisch zur überbordenden Bürokratie in Deutschland geäußert. Seiner Ansicht nach bremst der übermäßige behördliche Aufwand die Wirtschaft aus und schreckt Investitionen ab. Trotz dieser Frustrationen bleibt das Unternehmen vorerst seinen deutschen Aktivitäten verpflichtet.

Galvin verwies darauf, dass selbst kleinere Projekte häufig durch Verzögerungen behindert werden, weil mehrere Behörden eingebunden sind. Dies führe zu Zeitverschwendung und mache Investitionen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern unattraktiver, so der Manager. Er betonte, dass Unternehmen dadurch weniger Zeit für ihre Kerngeschäfte und mehr für das Durchdringen von Vorschriften aufwenden müssten.

Der Vorstandsvorsitzende lobte zwar Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Ankündigung, die Regularien für Unternehmen zu vereinfachen. Gleichzeitig forderte Galvin die Politik jedoch auf, diesen Zusagen auch Taten folgen zu lassen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor dem wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands und der unzureichenden Krisenbewältigung durch die Regierung warnt.

CCEP, das in Deutschland für die Herstellung und den Vertrieb der Coca-Cola-Marken verantwortlich ist, beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter und setzt jährlich 4,1 Milliarden Liter ab. Trotz der Herausforderungen versicherte Galvin, dass das Unternehmen keine Pläne habe, die Produktion ins Ausland zu verlagern.

Galvins Kritik reiht sich in die wachsende Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland ein. Zwar hält CCEP vorerst am Standort fest, doch die Forderung nach zügigen Reformen spiegelt die allgemeine Verärgerung in der Wirtschaft wider. Die künftigen Entscheidungen des Konzerns könnten davon abhängen, ob die regulatorischen Hürden tatsächlich abgebaut werden.