Bundeswehr-Reformen: Bundesrechnungshof prangert "organisierte Verantwortungslosigkeit" an

Krzysztof Löffler
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Ein Buch, das eine Vielfalt bunter deutscher Armeeuniformen mit detaillierten Elementen wie Helmen und Gewehren zeigt.Krzysztof Löffler

Bundeswehr-Reformen: Bundesrechnungshof prangert "organisierte Verantwortungslosigkeit" an

Der Bundesrechnungshof hat schwere Mängel in den Beschaffungsprozessen der Bundeswehr kritisiert. Präsident Kay Scheller bezeichnete die aktuelle Struktur als übermäßig komplex und zu langsam. Seine Äußerungen fallen zusammen mit der Verabschiedung von Reformen durch den Bundestag, die eine Beschleunigung der Entscheidungen über Rüstungsausgaben zum Ziel haben.

Am 15. Januar 2026 verabschiedete der Bundestag Reformen zur Straffung der Beschaffungsverfahren der Bundeswehr. Dazu gehören die Anhebung der Schwellenwerte für Direktvergaben auf 50.000 Euro sowie die Reduzierung von Nachweis- und Dokumentationspflichten. Zudem sollen Prüfverfahren beschleunigt werden, während kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und innovative Firmen weniger Hürden bei der Teilnahme überwinden müssen.

Scheller bezeichnete das bestehende System als ein "System organisierter Verantwortungslosigkeit", in dem Beamte den Eigenschutz über Effizienz stellten. Er betonte, dass moderne Streitkräfte schnelle Entscheidungswege benötigten, warnte jedoch davor, Kostenkontrolle und Aufsicht zu vernachlässigen.

Um die Leistung zu verbessern, schlug Scheller vor, bürokratische Ebenen innerhalb der Beschaffungsbehörde abzubauen. Zudem forderte er mehr Vertrauen in Fachleute, damit diese ohne überflüssige Hürden schneller entscheiden können.

Die Reformen zielen darauf ab, rüstungsrelevante Projekte und öffentliche Aufträge zu beschleunigen. Durch höhere Schwellenwerte und vereinfachte Abläufe erwartet die Bundeswehr kürzere Bearbeitungszeiten. Schellers Kritik unterstreicht die Notwendigkeit, künftig ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Verantwortung in den Beschaffungsprozessen zu finden.

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