Bottrop protestiert mit One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen und Femizide
Bottrop protestiert mit One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen und Femizide
Rund 80 Menschen versammelten sich am 14. Februar 2026 auf dem Ernst-Wilczok-Platz in Bottrop zur 11. Auflage der jährlichen One Billion Rising-Proteste. Trotz eisiger Temperaturen und leichtem Schneefall kamen die Teilnehmenden zusammen, um gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu protestieren. Das diesjährige Motto Ni una menos – Frauen in Flammen lenkte den Blick auf Femizide, die häufig von (Ex-)Partnern verübt werden.
Die Kundgebung wurde vom Bottroper Frauenzentrum Courage organisiert, um auf die anhaltenden Schutzlücken für Frauen und Mädchen hinzuweisen, die von männlicher Gewalt betroffen sind. Die Band A Mournful Experience sorgte mit Live-Musik für Stimmung, während Tänzer:innen der Peter Frank Dance School choreografierte Aufführungen zeigten.
An der Seite von Oberbürgermeister Matthias Buschfeld standen Schul- und Sozialdezernentin Karen Alexius-Eifert sowie die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Lehmann. Auch weitere lokale Amtsträger:innen reihten sich in die Menge ein und zeigten Solidarität mit der Kampagne.
Aktuelle Statistiken unterstreichen die Dringlichkeit des Themas: In Deutschland stiegen die gemeldeten Fälle von Partnerschaftsgewalt von etwa 140.000 im Jahr 2020 auf rund 180.000 im Jahr 2025 – ein Anstieg um 29 Prozent. Spanien verzeichnete einen ähnlichen Trend, wo die Zahlen von etwa 130.000 auf 160.000 im selben Zeitraum kletterten. Beide Länder verzeichnen mittlerweile etwa 70 bis 80 Fälle pro 100.000 Einwohner:innen, was auf bessere Meldewege, aber auch auf Nachwirkungen der Pandemie zurückzuführen ist.
Der Protest in Bottrop reiht sich ein in eine globale Bewegung, die konsequentes Handeln gegen Gewalt an Frauen fordert. Die Organisator:innen betonten die Notwendigkeit stärkerer rechtlicher Schutzmaßnahmen und öffentlicher Aufklärung. Angesichts steigender Fallzahlen in mehreren Ländern diente die Veranstaltung als Mahnmal für die noch bevorstehenden Aufgaben.
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