23 April 2026, 14:53

"Blutbuch" von Kim de l'Horizon feiert bewegende Bühnenpremiere in Berlin

Eine farbenfrohe, detaillierte Papierreproduktion, die die Phasen des Lebens von Frauen von der Kindheit bis zum Alter darstellt, mit fetter Schrift, die die wichtigsten Themen betont.

"Blutbuch" von Kim de l'Horizon feiert bewegende Bühnenpremiere in Berlin

Die Bühnenadaption von Kim de l'Horizons preisgekröntem Roman "Blutbuch" feierte vor ausverkauftem Haus Premiere an der Berliner Vaganten Bühne. Das 90-minütige Stück bringt eine zutiefst persönliche Geschichte über Identität, Trauma und Familiengeheimnisse auf die Bühne. Die Uraufführung folgt auf den Erfolg des Buches, das 2022 sowohl mit dem Deutschen als auch dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde.

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Im Mittelpunkt der Inszenierung steht Kim, eine genderfluide Erzählerin, die von drei Schauspieler:innen verkörpert wird: Julian Trostorf, Annemie Twardawa und Emma Zeisberger. Ihre Reise beginnt, als Kims Großmutter an Demenz erkrankt und sie sich auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit begibt. Diese Spurensuche führt sie zurück in einen Schweizer Vorort, wo Kindheitserinnerungen und verdrängte Familiengeschichte wieder auftauchen.

Das Stück verwebt Themen wie transgenerationelles Trauma, Selbstakzeptanz und die Last zugeschriebener Geschlechterrollen. Kims Erforschung der mütterlichen Blutlinie bringt lange verschwiegenes Leid ans Licht, das auf der Bühne symbolisch durch das rituelle Beisetzen des "Großen Meeres" dargestellt wird. Das Bühnenbild unterstreicht diese emotionale Tiefe mit zerrissenen, sandgefüllten Strumpfhosen in Beige und schwebenden Bällen, die von der Decke hängen.

Mitten im Chaos findet Kim Trost unter einer Blutbuche, die einst der Urgroßvater gepflanzt hat. Dieser stille Rückzugsort wird zum Ort der Auseinandersetzung, an dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen.

Die Premiere markiert eine mutige Adaption von de l'Horizons gefeiertem Debüt. Mit einer kraftvollen Inszenierung und vielschichtigem Erzählstil setzt sich das Stück mit dem Erbe des Traumas auseinander und feiert zugleich die Widerstandsfähigkeit. Das Publikum der Vaganten Bühne erlebte eine Aufführung, die rohe Emotionen mit eindrucksvollen Bildern verbindet – und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Quelle