31 May 2026, 04:32

Bergische Uni stellt Architekturstudium bis 2033 ein – trotz exzellentem Ruf

Architekturstudium am Abgrund?

Bergische Uni stellt Architekturstudium bis 2033 ein – trotz exzellentem Ruf

Die Bergische Universität plant, ihr renommiertes Architekturstudium in den kommenden zehn Jahren schrittweise auslaufen zu lassen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund finanzieller Zwänge und sich wandelnder akademischer Prioritäten. Trotz seines exzellenten Rufs könnte das Programm bis 2033 vollständig eingestellt werden.

Die Universitätsleitung hat die Entscheidung bestätigt, den traditionellen Architekturstudiengang zu beenden. Gleichzeitig wurden die Fachbereiche aufgefordert, ein neues Konzept für eine inhaltliche Neuausrichtung vorzulegen – statt den Studiengang allein aus Haushaltsgründen zu streichen.

Der Fachbereich Architektur zählt derzeit rund 500 Studierende und ist einer von nur elf solchen Studiengängen in Deutschland. Im CHE-Hochschulranking wurde er wiederholt für seine Studienqualität ausgezeichnet und erlangte internationale Aufmerksamkeit durch seine Teilnahme am Solar Decathlon 2021/22.

Bis 2033 werden acht der elf Professuren des Fachbereichs durch Pensionierungen frei. Diese natürliche Fluktuation bietet einen zeitlichen Rahmen für die schrittweise Abschaffung des Studiengangs. Gleichzeitig droht der Universität ab 2026 ein jährlicher Verlust von 5,7 Millionen Euro, was die finanzielle Belastung der Entscheidung verstärkt.

Trotz der geplanten Schließung bleibt die Nachfrage nach Architektinnen und Architekten stabil. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden seit dem 1. September 125 Stellenausschreibungen für Architekturbüros veröffentlicht. Die Universität betont, ihr Vorgehen sei strategisch angelegt und vermeide willkürliche Kürzungen zugunsten einer langfristigen Planung.

Der Auslaufprozess wird sich über etwa ein Jahrzehnt erstrecken und sich an den Pensionierungswellen des Personals orientieren. Nun wird die Universitätsleitung die vom Fachbereich vorgeschlagene Neuausrichtung prüfen, bevor endgültige Beschlüsse gefasst werden. Falls das Konzept genehmigt wird, könnte dies eine der wenigen Architekturausbildungen in Deutschland grundlegend verändern – und gleichzeitig die Haushaltsprobleme der Hochschule angehen.

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