24 June 2026, 20:21

Bergisch Gladbach spart 3,8 Millionen – doch das Defizit bleibt riesig

Wo und mit wem die Stadt Bergisch Gladbach spart

Bergisch Gladbach spart 3,8 Millionen – doch das Defizit bleibt riesig

Bergisch Gladbach hat durch eine Reihe von Haushaltskürzungen 3,8 Millionen Euro eingespart. Dennoch steht die Stadt in diesem Jahr vor einem erwarteten Defizit von 49 Millionen Euro, wobei die meisten Einsparungen auf kleinere Maßnahmen zurückgehen. Die Kernleistungen für die Bürger bleiben unverändert, doch einige Kürzungen werden bald spürbar sein.

Die größte Einzelmaßnahme in diesem Jahr ist die vorübergehende Schließung der Flüchtlingsunterkunft Hermann-Löns-Halle, wodurch 371.000 Euro gespart werden. Zwei Drittel der gesamten Einsparungen stammen aus Personalkosten – Entlassungen sind jedoch nicht geplant. Stattdessen werden freie Stellen erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten besetzt, und interne Ausschreibungen haben Vorrang.

Die Personalausgaben wurden auf dem Niveau von 2026 eingefroren, und es werden keine neuen Teilrentenmodelle angeboten. Zudem wird der Abbau von Urlaubsansprüchen eingeschränkt. Befristete Verträge werden überprüft, und Beförderungen im Beamtenbereich finden nun nur noch zweimal jährlich statt.

Weitere Kürzungen betreffen die Bereiche Flüchtlingshilfe, Marketing, Jugendkultur und die Feuerwehr, die über 300.000 Euro einsparen muss. Die Budgets für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit wurden in allen Abteilungen stark gekürzt. Im Kulturbereich gab es kleinere Streichungen, etwa 1.000 Euro weniger für Gaming-Veranstaltungen in Bibliotheken und 1.971 Euro für das Kunstlabor der Villa Zanders.

Die Stadt reduziert zudem ihren Versicherungsschutz und geht damit höhere Risiken ein. Soziale Dienstleistungen blieben weitgehend verschont, mit Ausnahme von 13.600 Euro, die durch die Begrenzung von Dolmetscherleistungen in der Kinder- und Jugendhilfe eingespart wurden. Schulen, Straßeninstandhaltung und das Gelände der Papierfabrik Zanders wurden von Kürzungen ausgenommen.

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Insgesamt entfallen 1,3 Millionen Euro der Einsparungen auf Betriebskosten und 2,5 Millionen Euro auf Personalkosten. Die Verwaltung hatte sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr 1,35 Millionen Euro und in den Folgejahren etwas mehr als 1,6 Millionen Euro einzusparen – damit wurde das Ziel für 2026 bereits übertroffen.

Die Einsparungen waren schwer zu erreichen, da der Großteil der städtischen Ausgaben gesetzlich vorgeschrieben ist. Weitere Kürzungen waren kaum möglich, da nur ein kleiner Teil des Haushalts für freiwillige Leistungen zur Verfügung steht. Die Maßnahmen sichern zwar die Kernaufgaben, könnten aber in einigen Bereichen spürbare Veränderungen mit sich bringen.

Quelle