Bergisch Gladbach: 240 Kinder kämpfen um 140 OGS-Plätze – und verlieren
Karlheinz MiesBergisch Gladbach: 240 Kinder kämpfen um 140 OGS-Plätze – und verlieren
Bergisch Gladbach kämpft mit massivem Mangel an Betreuungsplätzen im Offenen Ganztag
Besonders dramatisch ist die Situation an der GGS Moitzfeld: Dort stehen für 240 Schülerinnen und Schüler nur 140 Plätze zur Verfügung. Viele Kinder, die einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung haben, gehen leer aus.
Ab dem kommenden Schuljahr haben in Deutschland alle Erstklässlerinnen und Erstklässler einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung. In Bergisch Gladbach verschärft dies die Lage bereits jetzt: 32 Kinder, die einen Anspruch hätten, erhalten keinen Platz – allein wegen fehlender Kapazitäten. An der GGS Moitzfeld müssen 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch abgewiesen werden.
Die Stadt schlägt als Lösung eine verlängerte Betreuung an der GGS Heidkamp vor. Damit könnten bis zu zehn zusätzliche Plätze geschaffen werden, allerdings nur bis 14 Uhr und gegen eine monatliche Elternbeteiligung von 70 Euro. Das Angebot soll nach den Sommerferien für ein Schuljahr starten.
Ohne diese Randzeitenlösung wäre die Unterversorgung noch gravierender als ohnehin schon: Aktuell erhalten 185 Kinder keinen OGS-Platz. Doch selbst mit dem neuen Modell wird die gesetzliche Vorgabe von acht Betreuungsstunden pro Tag nicht erfüllt. Da die Anspruchsberechtigungen in den kommenden Jahren weiter steigen, dürfte auch die Zahl der Kinder ohne Betreuung zunehmen.
Die städtische Lösung bringt zwar eine gewisse Entlastung, erfüllt aber nicht die rechtlichen Verpflichtungen. Eltern zahlen künftig für die verlängerte Betreuung – doch viele Kinder erhalten trotzdem nicht die vorgeschriebenen Stunden. Der Mangel an OGS-Plätzen wird voraussichtlich bestehen bleiben und sich sogar verschärfen.
