BaFin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Aktie stürzt nach Bilanz-Zweifeln ab
Krzysztof LöfflerGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin weitet Prüfung bei Gerresheimer aus – Aktie stürzt nach Bilanz-Zweifeln ab
Gerresheimer gerät erneut in den Fokus der deutschen Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde hat angekündigt, ihre laufende Prüfung auszuweiten und eine zusätzliche Untersuchung der Finanzberichterstattung des Unternehmens einzuleiten. Die Nachricht hat Anleger bereits verunsichert – der Aktienkurs des Konzerns brach nach Börsenschluss deutlich ein.
Bereits zuvor hatte die BaFin Bedenken gegenüber der Nutzung von "Bill-and-Hold"-Verträgen durch Gerresheimer geäußert. Bei solchen Vereinbarungen werden Waren vor der Auslieferung fakturiert, oft aus logistischen Gründen. Die Aufsichtsbehörden unterliegen hier strengen Vorgaben zur Umsatzrealisierung, um zu verhindern, dass Unternehmen Verkäufe zu früh verbuchen und so ihre Finanzkennzahlen künstlich aufbessern.
Nun dehnt die BaFin ihre Prüfung über den Geschäftsbericht 2023/24 hinaus aus. Die neue Untersuchung konzentriert sich auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Der Schritt folgt früherer Kritik an der Handhabung solcher Verträge durch das Unternehmen und lässt weiterhin Fragen zu dessen Bilanzierungspraxis offen.
Die jüngste Ermittlung verstärkt die Zweifel an der Transparenz von Gerresheimers Finanzangaben. Dass die BaFin ihre Prüfung vertieft, deutet darauf hin, dass die Aufseher von den bisherigen Erklärungen des Unternehmens nicht überzeugt sind.
Die erweiterte Untersuchung umfasst ein halbes Jahr und nährt weitere Zweifel an der Einhaltung der Rechnungslegungsstandards durch Gerresheimer. Anleger reagierten mit Verkäufen, was den Kurs nach der Bekanntgabe weiter unter Druck setzte. Die Ergebnisse der BaFin könnten in den kommenden Monaten erhebliche Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung des Unternehmens haben.






