Aysha Rafaele kämpft mit "Vengeance" für mehr Vielfalt im Fernsehen
Karlheinz MiesAysha Rafaele kämpft mit "Vengeance" für mehr Vielfalt im Fernsehen
Die vierfache BAFTA-Preisträgerin Aysha Rafaele kritisiert mangelnden Fortschritt bei Vielfalt auf dem Bildschirm
Die preisgekrönte Produzentin Aysha Rafaele hat sich zur zögerlichen Entwicklung bei der Darstellung von Vielfalt im Fernsehen geäußert. Ihr neues Projekt „Vengeance: Mord in der Heide“ feiert an diesem Sonntag Premiere auf Channel 4. Die Serie beleuchtet ein düsteres Kapitel in der Geschichte der britischen Sikh-Gemeinschaft.
Im Mittelpunkt von Rafaeles neuer Produktion steht der sogenannte „Honeytrap-Mord“ an Gagandip Singh, einem Sikh-Fernsehmanager, im Jahr 2007. Die Handlung dreht sich um den sexuellen Übergriff auf Singh und die anschließende Verschwörung, die zu seiner Ermordung führte. Rafaele beschreibt das Projekt als seltene Gelegenheit, eine Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, die auf dem Bildschirm oft unsichtbar bleibt.
Mit dabei sind Schauspieler wie Asim Chaudhry („Industry“) und Laila Rouass. Anders als viele Dramen wurde „Vengeance“ vom unscripted-Team von Channel 4 grünes Licht gegeben – eine Strategie, die Rafaele und ihr Partner Joseph Bullman bereits erfolgreich anwandten. Ihre vorherige Serie „Dirty Business“ erhielt ebenfalls auf diesem Weg die Zustimmung.
Rafaele übt Kritik am ausbleibenden Wandel seit Adeel Akhtars BAFTA-Gewinn für „Murdered by my Father“ 2017. Sie hatte gehofft, dass sich die Erzählvielfalt im Fernsehen verbessern würde, doch ihre Erwartungen wurden enttäuscht. Mit kleineren Budgets arbeitet sie bewusst nicht mit klassischen Drama-Redaktionen zusammen, sondern setzt auf die kreative Freiheit, die ihr die direkte Zusammenarbeit mit Dokumentarfilm-Abteilungen bietet.
„Vengeance: Mord in der Heide“ wird am Sonntag auf Channel 4 ausgestrahlt. Die Serie ist ein weiterer Schritt in Rafaeles unkonventionellem Ansatz, unterrepräsentierte Geschichten auf die Leinwand zu bringen. Ihre Aussagen unterstreichen die anhaltenden Defizite bei der Vielfalt im britischen Fernsehen.






