Ausbildungsvergütungen steigen 2025 um 6,7 Prozent auf durchschnittlich 1.209 Euro
Susan auch Schlauchin"Zweiter Rekordanstieg in Folge": Ausbildungslöhne steigen deutlich - Ausbildungsvergütungen steigen 2025 um 6,7 Prozent auf durchschnittlich 1.209 Euro
Die Ausbildungsvergütungen nach Tarifvertrag stiegen 2025 um 6,7 Prozent und erreichten damit durchschnittlich 1.209 Euro brutto im Monat. Der Anstieg spiegelt die wachsende Nachfrage nach Fachkräften, die höheren Lebenshaltungskosten und die stärkere Verhandlungsmacht der Gewerkschaften wider. In einigen Branchen und Regionen liegen die Löhne mittlerweile deutlich über denen anderer, wie aus den aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit und den Berichten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervorgeht.
Der öffentliche Dienst verzeichnete mit einem Plus von 7,7 Prozent den stärksten Anstieg und trieb die durchschnittliche Ausbildungsvergütung auf 1.329 Euro monatlich – den höchsten Wert aller Bereiche. Industrie und Handel folgten mit einem Zuwachs von 7,2 Prozent auf 1.266 Euro. Auszubildende im Handwerk erhielten 1.093 Euro, während 15 Berufsausbildungen weiterhin unter 1.000 Euro blieben.
Auch regional gab es deutliche Unterschiede. Baden-Württemberg wies mit 1.257 Euro die höchste durchschnittliche Ausbildungsvergütung auf. Gleichzeitig verzeichneten bestimmte Branchen ein weitaus stärkeres Wachstum als andere. Zwischen 2021 und 2025 legten die fünf Spitzensektoren – IT/Digitalisierung (+28 Prozent), Gesundheitswesen (+25 Prozent), Logistik (+22 Prozent), Elektrotechnik (+21 Prozent) und Fahrzeugtechnik (+20 Prozent) – deutlich stärker zu als der Einzelhandel (+12 Prozent) oder die Gastronomie (+10 Prozent). Treiber dieser Entwicklung waren Fachkräftemangel, Inflationsdruck und Digitalisierungsbedarf, wobei Tarifabschlüsse wie die Vereinbarung der IG Metall für 2023/2024 eine zentrale Rolle spielten.
Das BIBB erfasst die Ausbildungsvergütungen seit 1976 jährlich zum Stichtag 1. Oktober. Der Bericht für 2025 zeigt einen durchschnittlichen Anstieg von 23 Prozent in den führenden Branchen – gegenüber 14 Prozent im Gesamtvergleich.
Die höchsten Ausbildungslöhne werden derzeit im öffentlichen Dienst gezahlt, wo die Vergütung bei 1.329 Euro monatlich liegt. Die Kluft zwischen den bestbezahlten Branchen und den schlechter gestellten Bereichen bleibt jedoch groß, da einige Ausbildungsgänge weiterhin unter 1.000 Euro bieten. Die Daten bestätigen anhaltende Disparitäten, die von regionaler Nachfrage, Branchenwachstum und der Stärke der Tarifverhandlungen geprägt werden.