Apothekerkammer warnt vor Scheitern der Apothekenreform und fordert Nachbesserungen
Krzysztof LöfflerApothekerkammer warnt vor Scheitern der Apothekenreform und fordert Nachbesserungen
Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) fordert dringendes Handeln beim Entwurf der Apothekenreform. Auf der heutigen Mitgliederversammlung betonte ihr Präsident, Dr. Armin Hoffmann, die Notwendigkeit, sich noch vor dem weiteren Gesetzgebungsverfahren mit den politischen Entscheidungsträgern auszutauschen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken gegenüber den von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vorgestellten Plänen.
Dr. Armin Hoffmann bezeichnete die aktuelle Situation als „Scheideweg für die deutsche Gesundheitsversorgung“. Er warnte, dass die Versorgung mit der sich wandelnden Gesellschaft und sinkender Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten kaum noch Schritt halte. Zwar bleibe die Erhaltung des inhabergeführten Apothekenmodells oberste Priorität, doch seien Reformen unverzichtbar, um die Herausforderungen zu bewältigen.
Als drängendstes Problem der Apothekenreform nannte Hoffmann die Vergütung. Zwar räumte er ein, dass weite Teile des Entwurfs notwendig seien, doch berge dieser auch erhebliche Risiken. Jetzt, so Hoffmann, habe die Apothekerschaft die größte Chance, die Pläne fachlich mitzugestalten.
Thomas Preis, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, unterstrich die Dringlichkeit. Er sprach von einer „Krise der Apotheken“ und rief zu intensiver Lobbyarbeit auf, um schwerwiegende Mängel im Entwurf zu korrigieren. Der ABDA-Vorstand habe bereits zentrale Punkte identifiziert, die nachgebessert oder ergänzt werden müssten.
Öffentliche Proteste wurden auf den 17. Dezember verschoben, um den Dialog mit der Politik in den Vordergrund zu stellen. Hoffmann skizzierte den weiteren Zeitplan: Am 17. Dezember soll das Kabinett über den Gesetzentwurf beraten, es folgen eine erste Lesung im Bundestag Ende Januar und die Befassung im Bundesrat im frühen Frühjahr.
Der Appell zum Handeln kommt, nachdem die anfänglichen Hoffnungen, die der Apotheken-Abschnitt im Koalitionsvertrag geweckt hatte, durch die Eckpunkte der Gesundheitsministerin enttäuscht wurden. Nun konzentrieren sich die Apotheker auf Verhandlungen, um die Reform noch vor ihrem Fortschreiten mitzugestalten. Die Zeit drängt – bereits in wenigen Wochen steht die Kabinettsbefassung an.
