Älteste Apotheke Freckenhorsts schließt – zu viele Hürden für Nachfolger
Krzysztof LöfflerÄlteste Apotheke Freckenhorsts schließt – zu viele Hürden für Nachfolger
Überschrift: Inhaberin schließt Apotheke: „Zu viele Auflagen für Nachfolger“
Teaser: Die Welle der Apotheken-Schließungen macht auch vor traditionellen Betrieben nicht halt. Es fehlt an Nachfolgern, Personal und wirtschaftlicher Attraktivität. Die älteste Apotheke Freckenhorsts, die Kreuz Apotheke, schließt am 31. Dezember ihre Pforten. „Das Geschäft lohnt sich für Nachfolger nicht. Zudem müssen viele Vorgaben erfüllt und Sanierungen durchgeführt werden“, sagt Inhaberin Sabine Vettin.
Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2025, 00:05 Uhr
Schlagwörter: Gesundheit & Wohlbefinden, Wirtschaft, Finanzen, Unternehmen
Artikeltext: Die Kreuz Apotheke in Freckenhorst, die älteste Apotheke des Ortes, wird am 31. Dezember 2025 nach 71 Jahren Betrieb ihre Türen für immer schließen. Inhaberin Sabine Vettin, die den Betrieb fast im Alleingang 26 Jahre lang führte, nennt die Entscheidung „schmerzhaft, aber unvermeidbar“.
Vettin fand keinen Käufer, der bereit war, die finanziellen und regulatorischen Lasten der Apotheke zu übernehmen. Das Gebäude müsste aufwendig saniert werden, um Barrierefreiheitsstandards zu erfüllen, und das Geschäft selbst ist für potenzielle Nachfolger unwirtschaftlich. Jahrelang bewältigte sie den Betrieb allein – inklusive aller Notdienste, ohne zusätzliches Personal.
Die Schließung spiegelt einen bundesweiten Trend wider, der besonders in Nordrhein-Westfalen spürbar ist: Apotheken kämpfen mit wirtschaftlichen Belastungen, Personalmangel und strengeren Vorschriften. Neue Regelungen der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) verlangen die Einhaltung von Bundesgesetzen, überwacht durch Landesbehörden über ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem (QMS). Dazu zählen schärfere Kontrollen im Umgang mit Arznei- und Betäubungsmitteln, weniger unangekündigte Personalprüfungen sowie Einzelfallgenehmigungen für Innovationen wie Telemedizin.
Nach der Schließung will Vettin als Angestellte in einer anderen Apotheke arbeiten, um ihre Steuerverpflichtungen zu erfüllen. Sie kritisiert die zunehmenden Apothekenschließungen und warnt: „Die Bevölkerung leidet, wenn lokale Versorgungsstrukturen wegbrechen.“
Das Ende der Kreuz Apotheke markiert das Aus einer Ära für Freckenhorst. Der einstige Mittelpunkt der Gemeinde scheiterte an finanziellen Engpässen und bürokratischen Hürden. Vettins Wechsel in ein Angestelltenverhältnis unterstreicht die existenziellen Herausforderungen, vor denen unabhängige Apotheken in der Region stehen.