AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“: Machtkampf um die politische Zukunft in NRW
Karlheinz MiesAfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“: Machtkampf um die politische Zukunft in NRW
AfD-Nachwuchsorganisation "Generation Deutschland" startet in NRW – Machtkampf um politische Ausrichtung
An diesem Wochenende wird in Nordrhein-Westfalen der offizielle Startschuss für die neue Jugendorganisation der AfD gegeben. Über 300 junge Mitglieder kommen am Samstag in Iserlohn zusammen, um die Führung der kürzlich gegründeten Generation Deutschland (GD) zu wählen. Die Veranstaltung offenbart bereits jetzt tiefe Gräben innerhalb der Partei über ihre künftige politische Ausrichtung.
Die GD ersetzt die inzwischen verbotene Junge Alternative, die nach ihrer Einstufung als rechtsextrem durch den Verfassungsschutz aufgelöst worden war. Diesmal wird die Organisation als direkter AfD-Ableger strukturiert, wobei die Mitgliedschaft auf Parteimitglieder beschränkt bleibt – ein Versuch, die Disziplin innerhalb der Gruppe zu stärken.
Der interne Führungsstreit zeigt eine Spaltung zwischen dem patriotisch geprägten Flügel der AfD und den Anhängern des Landesvorsitzenden Martin Vincentz. An der Spitze der rechtsextremen Fraktion steht der 24-jährige Luca Hofrath, Bewerber um den GD-Vorsitz, der Verbindungen zur verbotenen Identitären Bewegung unterhält. Seine Kampagne findet besonders Zuspruch bei Unterstützern von Matthias Helferich, einem umstrittenen Bundestagsabgeordneten, der im Sommer 2025 wegen ethnonationalistischer Positionen aus der AfD ausgeschlossen wurde. Obwohl Helferich offiziell nicht mehr der Fraktion angehört, bleibt er Parteimitglied und klagt gegen den Ausschluss.
Doch auch Vincentz’ Favorit, Manuel Krauthausen, steht in der Kritik. Er verbreitete antisemitische Verschwörungstheorien und forderte öffentlich eine "massive Remigration" – ein Schlagwort, das mit rechtsextremen Kreisen assoziiert wird. Der vorläufige Instagram-Account der GD wird unterdessen von Helferichs Anhängern dominiert, was auf deren wachsenden Einfluss in der neuen Organisation hindeutet.
Sollte Helferichs Lager die Kontrolle über die GD in NRW erlangen, könnte dies Vincentz’ Position schwächen, der im März 2026 für eine weitere Amtszeit als Landesvorsitzender kandidiert. Das Ergebnis der Samstagswahl wird zeigen, ob der rechtsextreme Flügel die Jugendorganisation der Partei enger an sich bindet – oder ob Vincentz’ Führung die Verschiebung nach rechts noch aufhalten kann.
Die Wahl in Iserlohn wird die Zukunft der AfD-Jugend in Nordrhein-Westfalen prägen. Ein Sieg von Helferichs Unterstützern könnte den rechtsextremen Flügel der Partei bestärken, während ein Erfolg für Vincentz’ Lager deren Vormarsch bremsen könnte. Gleichzeitig wird sich erweisen, ob es der GD gelingt, das Schicksal ihrer verbotenen Vorgängerorganisation zu vermeiden.