10 February 2026, 03:00

AfD in NRW zerrissen: Machtkampf um Helferichs Zukunft entscheidet Parteikurs

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die politische Grenzen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.

AfD in NRW zerrissen: Machtkampf um Helferichs Zukunft entscheidet Parteikurs

In Nordrhein-Westfalen steht die rechtspopulistische AfD vor einer entscheidenden inneren Zerreißprobe. Anfang März wählt der Landesverband eine neue politische Führung – dabei spitzen sich die Konflikte zwischen Gemäßigteren und dem völkischen Flügel der Partei zu. Im Mittelpunkt des Streits steht Matthias Helferich, eine umstrittene Figur, deren möglicher Parteiausschluss die politische Ausrichtung der AfD prägen könnte.

Matthias Helferich, bekannt für seine radikalen Positionen zu Themen wie "Massenremigration" und frühere provokante Äußerungen, wehrt sich derzeit gegen seinen Ausschluss aus der Partei. Sein Fall liegt nun beim bundesweiten Schiedsgericht der AfD, nachdem er gegen ein vorheriges Urteil Berufung eingelegt hatte. Die Entscheidung des Gremiums wird zeigen, ob seine Aussagen gegen die Parteisatzung verstoßen oder die AfD gar in rechtlich bedenkliches Fahrwasser bringen.

Die Unabhängigkeit des Schiedsgerichts steht jedoch in der Kritik – insbesondere nach jüngeren Personalwechseln, die es anfälliger für Einflussnahmen durch den Bundesvorstand gemacht haben könnten. Ein Urteil zugunsten Helferichs würde den völkischen Flügel bestärken, während ein Ausschluss ein Signal für eine gemäßigtere Linie setzen könnte.

Bei der anstehenden Vorstandswahl tritt der amtierende Landeschef Martin Vincentz gegen Helferichs Verbündete Christian Zaum und Fabian Jacobi an, die als gemeinsames Ticket antreten. Dieser Führungskampf spiegelt tiefere Gräben wider: Wie weit darf sich die AfD dem völkischen Gedankengut annähern, ohne eine mögliche Verbotsgefahr zu riskieren? Das Ergebnis wird voraussichtlich Maßstäbe dafür setzen, wie die Partei künftig mit innerparteilichem Extremismus umgeht.

Frühere Ausschlussverfahren der AfD, wie etwa die Überprüfung von Daniel Halemba in Bayern 2024, berücksichtigten Faktoren wie rechtliche Verurteilungen, die Bedeutung des Mitglieds für die Partei und die Schwere der Verstöße. Bisher hat jedoch keine übergeordnete Instanz verbindlich geklärt, wo die Grenze zwischen innerparteilicher Vielfalt und verfassungsfeindlichen Positionen verläuft.

Die Entscheidung des Schiedsgerichts über Helferich und die Vorstandswahl im März werden den weiteren Weg der AfD bestimmen. Setzt sich der völkische Flügel durch, drohen der Partei verstärkter rechtlicher und politischer Druck. Eine Distanzierung von Helferichs Positionen könnte die AfD hingegen zwingen, ihre inneren Konflikte direkter auszutragen.