Abseits-Debakel im DFB-Pokal entfacht neue Diskussion um früheren VAR-Einsatz
Anatol FrankeAbseits-Debakel im DFB-Pokal entfacht neue Diskussion um früheren VAR-Einsatz
Eine umstrittene Abseitsentscheidung im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einer früheren Einführung des Videobeweises (VAR) in dem Wettbewerb neu entfacht. Der Ausgleichstreffer des FC Bayern München gegen den 1. FC Köln wurde trotz eines klaren Fehlers gegeben, was bei Funktionären und Trainern gleichermaßen Frust auslöste. Nun wird diskutiert, die Videoüberprüfungen bereits ab der zweiten Runde des Turniers einzuführen.
Die Debatte entbrannte, nachdem Schiedsrichter Tobias Welz ein offensichtliches Abseits von Leroy Sané vor dessen Tor im 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Köln übersehen hatte. Der Vorfall sorgte für scharfe Kritik – auch Bayern-Chef Max Eberl gehört zu den Befürwortern, den Videobeweis ab der zweiten Runde einzusetzen.
Der VAR hat bereits in der Bundesliga für Unmut gesorgt. Eintracht Frankfurt sah im 1:1 gegen Heidenheim ein Tor aberkannt, was Trainer Dino Toppmöller ratlos zurückließ. "Wir erzielen ein klares Tor, das leider – aus welchen Gründen auch immer – nicht gegeben wird", sagte er nach dem Spiel.
Die Kosten bleiben ein Hindernis. In der 1. und 2. Bundesliga schlagen die Basiskosten für das System mit rund 11 Millionen Euro zu Buche, hinzu kommen fast eine weitere Million für Personal – insgesamt etwa 20.000 Euro pro Spiel. In den obersten Ligen decken die TV-Einnahmen diese Ausgaben, doch unterklassige Vereine verfügen nicht über dieselben finanziellen Mittel. Eine frühere Einführung des VAR im DFB-Pokal würde zusätzliche Investitionen erfordern, da viele Klubs außerhalb der DFL nicht über die nötige Technik verfügen.
Trotz der Herausforderungen hält der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees, heute Innovationschef bei der DFB Schiri GmbH, die Einführung des Videobeweises ab der zweiten Runde für machbar. Das übersehene Abseits in Köln hat der Diskussion zusätzlich Dringlichkeit verliehen.
Der Druck, den VAR im DFB-Pokal früher einzusetzen, folgt auf einen prominenten Schiedsrichterfehler. Eine Umsetzung würde jedoch zusätzliche Mittel und Infrastruktur für Vereine außerhalb der Spitzenligen erfordern. Die Entscheidung liegt nun bei den Verantwortlichen, die Fairness gegen finanzielle und logistische Hürden abwägen müssen.






