250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Karlheinz Mies250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu ihren Forderungen gehören schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt, Reformen der Regeln zur sexuellen Einwilligung sowie die Einführung neuer Straftatbestände. Die Gruppe drängt auf rasche Reformen im rechtlichen und digitalen Schutz.
Das Bündnis fordert ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die ohne Zustimmung gefälschte Freizügigkeitsaufnahmen erstellen. Zudem verlangen sie strafrechtliche Konsequenzen für nicht einvernehmliche sexualisierte Deepfakes. Der Plan sieht vor, schädliche Inhalte schneller löschen zu lassen und Täter im Netz besser identifizieren zu können.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Recht. Die Frauen setzen sich außerdem für ein "Ja-heißt-Ja"-Modell ein, bei dem nur ein explizites Einverständnis als Zustimmung zu sexuellen Handlungen gilt.
Die Bundesregierung hat bereits mit der Ausarbeitung eines Gesetzes zum Schutz vor digitaler Gewalt begonnen, das im Frühjahr 2026 in Kraft treten soll. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) bestätigte, dass das Gesetz Deepfakes und bildbasierte Missbrauchsfälle bekämpfen werde. Dies folgt einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2024, die Deutschland verpflichtet, das nicht einvernehmliche Verbreiten von Nacktaufnahmen bis 2027 unter Strafe zu stellen.
Die Vorschläge des Bündnisses decken sich mit anstehenden EU- und nationalen Rechtsänderungen. Bei Umsetzung würden die Reformen die Strafen für digitale Gewalt verschärfen und den Opferschutz ausbauen. Der Gesetzentwurf der Regierung ist ein erster Schritt zur Erfüllung dieser Forderungen.






