1.200 neue Schimpfwörter: Wie Politiker-Namen die Beleidigungskultur revolutionieren
Karlheinz Mies1.200 neue Schimpfwörter: Wie Politiker-Namen die Beleidigungskultur revolutionieren
Ein deutscher Jurist und Sprachwissenschaftler hat eine Liste mit über 1.200 neuen Schimpfwörtern zusammengestellt – basierend auf den Namen von Politikern. Roger "Flaming" Reisertsch, ein Experte für Beleidigungsforschung, behauptet, dass diese Begriffe rechtliche Konsequenzen umgehen können. Sein Buch und seine Website schlagen kreative Methoden vor, um zu beleidigen, ohne hohe Geldstrafen fürchten zu müssen.
Reisertschs Untersuchungen zeigen, dass klassische Schimpfwörter wie "Du Trottel!" oder "Schurke!" mit der Zeit an Schärfe verloren haben. Stattdessen schlägt er vor, Namen von Politikern zu nutzen – etwa "Du Olaf!" –, um Klagen zu entgehen. Besonders häufig tauchen in den generierten Beleidigungen linke Politiker wie Annalena Baerbock, Robert Habeck und Olaf Scholz auf.
Wer jemanden als "SPD-Anhänger" bezeichnet, muss dennoch mit einem Bußgeld von bis zu 2.500 Euro rechnen. Extremere Begriffe wie "Nazischlampe" kosten 1.200 Euro, wenn sie gegen einen hochrangigen AfD-Politiker gerichtet sind. Der Ausdruck lässt sich zwar auf "NS" verkürzen oder zu "Schlampennazi" umstellen – die Strafe bleibt jedoch dieselbe.
Tierbezeichnungen gelten nach wie vor als universell beleidigend, egal ob jemand mit einem Affen, einer Kuh oder einer Qualle verglichen wird. Gemüsebasierte Schimpfwörter sind dagegen selten – einzig das Wort "Pflaume" hat derzeit juristische Relevanz. Reisertschs vollständige Liste ist online unter gibmirkeinetiernamen.de abrufbar, zusammen mit seinem Buch zum Thema.
Die Studie verdeutlicht, wie politische Namen die Beleidigungskultur in Deutschland prägen. Während manche Begriffe zu Strafen führen, bleiben andere – wie "Du Orban!" – rechtlich unbedenklich. Reisertschs Arbeit dient damit als Leitfaden für alle, die verletzen wollen, ohne vor Gericht zu landen.